Teguise

Mittwoch, 10. September 2008 22:22

Teguise ist nicht nur die ehemalige Inselhauptstadt, sondern auch der älteste Ort von Lanzarote. Selbst auf den gesamten Kanaren gibt es mit Betancuria auf Fuerteventura nur eine Stadt, die älter ist. Derzeit leben hier knapp 18.000 Menschen auf rund 270 Quadratkilometer, die sich von Küste zu Küste im Westen und Osten verteilen. Zum Verwaltungsbezirk Teguise gehören auch die unbewohnten Nachbarinseln Alegranza, Montana Clara, Roque del Este und Roque del Oeste, sowie das angrenzende Eiland La Graciosa.
Gegründet wurde der Ort bereits 1406 durch Maciot de Béthencourt, der Neffe eines normannischen Eroberers. Er setzte die Grenzen des vorhandenen Dorfes Acatife neu und benannte es nach seiner Lebensgefährtin Teguise, welche die Tochter des ehemaligen Herrschers Guardafias war. Gleich zweimal wurde die Stadt im Laufe ihrer Geschichte nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Zuerst kamen die Plünderer im Jahre 1568 in Gestalt des Piratenfürsten Morrato Arraez aus Nordafrika, der sämtlich Einwohner entweder versklavte oder ermordete. Noch heute erinnert eine Gedenktafel in der sogenannten Blutgasse, der Callejon de Sangre, an der Pfarrkirche von Teguise an diese grausige Tat.
Zum zweiten großen Überfall in der über 600jährigen Geschichte der Stadt kam es 1618, als die Berber sie völlig niederbrannten. Auch der Bau des Castillo de Santa Bárbara auf dem nahe gelegenen Vulkan Guanapay konnte die Übergriffe nicht verhindern. In rund 200 Jahren kam es zu 20 weiteren Raubzügen, allerdings nicht mehr mit solch katastrophalen Ausmaßen. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der geschichtsträchtige Ort zur Conjunto Arquitectonico Historico-Artistico, zur architektonisch historischen und künstlerischen Stätte ernannt.

Ein Highlight von Teguise ist die Kirche San Miguel. Nicht nur, dass sie malerisch am Plaza de la Constitución inmitten von Lorbeerbäumen und Schlangenzypressen gelegen ist, zählt sie darüber hinaus zu den ältesten klerikalen Bauten auf den gesamten Kanarischen Inseln. Weithin ist ihr Wahrzeichen, der rote Glockenturm aus Vulkangestein sichtbar, seit sie im Jahre 1428 erbaut, wurde. Das Gotteshaus verfügt über drei Kirchenschiffe, die im neugotischen Stil erschaffen wurden. Leider zerstörte ein Brand Anfang des 20. Jahrhunderts große Teile der Kirche, wobei auch das Archiv der Pfarrei verloren ging.
Nicht weniger interessant ist auch die um 1750 erbaute Kirche Vera Cruz. Hier ist es vor allem die Geschichte, die sich um die Christusstatue von Lujan Perez rankt. Sie soll nämlich in einer Holzkiste gefunden worden sein, die zuvor in der Bucht von Famara angeschwemmt wurde. Unweit der Kirche liegt das Kloster Convento de Santo Domingo. Ende des 17. Jahrhunderts als Dominikanerorden gegründet beherbergt es heut eine Galerie für zeitgenössische Kunst.

Unbedingt sehenswert ist die durch Spenden wieder aufgebaute, zweischiffige Kirche San Francisco, die um 1590 erbaut wurde. Schon kurze Zeit später wurde sie bei einem Überfall durch Piraten nahezu völlig zerstört. Besonders hervorzuheben sind hier das wunderschöne Portal des Gotteshauses und die hervorragenden Arbeiten an der Holzdecke. Heute finden hier Konzerte und Ausstellungen statt.
Direkt hinter der Kirche San Miguel befindet sich mit einem Durchmesser von rund 40 Metern und einer Tiefe von neun Metern die größte Zisterne von Lanzarote. Oben auf dem Platz werden von ihr mehrere Brunnen gespeist.

Tabayesco

Montag, 08. September 2008 10:33

Eine herrlich ländliche Idylle findet der Urlauber auf Lanzarote in dem malerischen Dorf Tabayesco. Hier herrscht eine Atmosphäre, die die gestresste Alltagsseele mal richtig aufatmen lässt. Zauberhaft zwischen Haria und Arrieta, am Eingang des Tales Valle de Temisa gelegen, ist es ein typisches Beispiel für den fruchtbaren Norden der Insel. Die Menschen hier leben zum großen Teil nicht vom Tourismus, sondern betreiben noch heute aktiv die Landwirtschaft. Wie weiße Tupfer kleben die weiß getünchten Bauernhäuser mit den klassischen grünen und blauen Fensterläden an den Berghängen und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Dahinter liegen die terrassenförmig angelegten Felder, auf denen Feigen, Mandeln, Orangen und Avocados gedeihen. Selbst die auf der Insel seltenen Bananen sind hier zu finden.

Die schönste Zeit für einen Abstecher nach Tabayesco ist im Frühjahr, besonders wenn es im Winter geregnet hat. Dann verwandelt sich das Tal in ein wahres Blütenmeer aus Klatschmohn und Margeriten. Außerdem betört der Duft der Mandelblüte auf angenehme Weise die Sinne. Von touristischem Trubel fehlt hier jede Spur und die Tage sind geprägt vom Rhythmus der Natur, dem sich der Mensch anpasst.
Verlässt man den Ort in Richtung Norden, geht es über eine kurvenreiche Straße in das Famara-Gebirge. Allerdings sollten Autofahrer hier die Augen offen halten, denn oft nutzen Rad-Profis die Strecke zu Trainingszwecken. In einer Höhe von 475 Metern liegt schließlich der nördlichste Punkt von Lanzarote, der Mirador del Rio, der abermals von Cesar Manrique entworfen wurde und einen fantastischen Ausblick auf den tiefblauen Atlantik und die benachbarte Insel La Graciosa gewährt.

San Bartolomé

Donnerstag, 04. September 2008 23:02

Eine von sieben Gemeinden auf Lanzarote ist San Bartolomé und liegt ziemlich direkt in der geografischen Mitte der Insel. Auf knapp 41 Quadratkilometer leben hier fast 18.000 Menschen, wobei sich die meisten im Verwaltungssitz Playa Honda tummeln. In der Sprache der Guanchen, der Ureinwohner der kanarischen Insel, hieß der Ort einst Ajey, was einfach kleine Stadt bedeutet.

Highlight des zauberhaften Städtchens ist die Pfarrkirche Iglesia de San Martin aus dem Jahre 1789. Sie wurde von Cayetano Guerra erbaut und liegt mitten im Zentrum an der Plaza Léon y Castillo. Von außen betrachtet sticht in erster Linie der minarettartige Glockenturm ins Auge, wobei der ganze Komplex liebevoll mit Palmen geschmückt wurde. Betritt man jedoch das Innere des einschiffigen Gotteshauses, fällt sofort die Schlichtheit des Altarraumes in neoklassizistischer Art auf. Wie so typisch für Lanzarote, sind der Boden und die tragenden Pfeiler aus Vulkanstein und die Decke besteht aus zahlreichen Kassetten im Mudéjar-Stil.
Des Weiteren gibt es hier ein ethnografisches Museum, welches ebenfalls in einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Im sogenannten Ajey, einem Kulturhaus ebenfalls aus dieser Zeit, können Arbeitsgeräte der kanarischen Bauern vor 200 Jahren besichtigt werden, wobei allein schon das Haus selber sehenswert ist.

Unweit des Stadtkerns liegt das Dorf Mozaga, das ein klassisches Beispiel für die ländliche Architektur auf Lanzarote darstellt. Hier stößt man auch wieder auf den großen Sohn der Insel, Cesar Manrique, nach dessen Ideen Jesus Soto ein Bauerndenkmal umsetzte. Es soll besonders an die Fruchtbarkeit und den vorbildlichen Zusammenhalt der Bauern erinnern.

Die Stadt Puerto del Carmen

Donnerstag, 04. September 2008 23:01

Jubel, Trubel, Heiterkeit könnten die Beinamen des ältesten und bekanntesten Touristenortes auf Lanzarote, Puerto del Carmen, sein. Weit über 30.000 Urlauber haben in dem ehemaligen Fischort Platz und in der Hochsaison von April bis September ist oft jedes Bett ausgebucht. Dann pulsiert auch noch nachts das Leben und auf den Straßen herrscht ein lebhaftes Treiben. Hauptsächlich Deutsche und Briten nutzen zu dieser Zeit das ausgiebige Angebot der zahlreichen Bars, Cafés und Diskotheken, wobei dann auch der Alkohol in Strömen fließt und die Insel in Sachen Partytime, den Vergleich mit Ibiza oder Mallorca nicht zu scheuen braucht.

Der eigentliche Ortsmittelpunkt war einst Punta Tinosa, doch heute zieht sich der Ort mit einer quirligen Strandpromenade, der Avenida de las Playas, rund sieben Kilometer an der Küste entlang. Selbstredend findet auch hier das touristische Leben statt. Bei Tag locken etliche Boutiquen, Supermärkte und kleine Bodegas die Urlauber an und bei Nacht steppt hier der Bär. Wer es also ruhiger mag, der ist hier völlig fehl am Platze und sollte die friedlicheren Wintermonate zu einem Besuch von Puerto del Carmen nutzen. Nachtschwärmer jedoch finden hier ihr Paradies. Besonders ist das Centro Atlantico mit mehreren Diskotheken zu empfehlen, wobei sich da der Waikki Beach Club speziell hervor tut. Immerhin verfügen die Betreiber schon über eine 30jährige Erfahrung vor Ort. Eine garantierte Unterhaltung pur, die Langeweile erst gar nicht aufkommen lässt.

Das Angebot der Unterkünfte in Puerto del Carmen ist genauso vielseitig wie das Nachtleben. Von einfachen Zimmern bis hin zu exklusiven Apartments ist alles buchbar.

Der Ort Playa Blanca

Donnerstag, 28. August 2008 19:14

Eine gelungene Mischung aus touristischem Komfort und traditionellem Ambiente bietet der Ort Playa Blanca. Das einstige Fischerdorf ist zwar mittlerweile auf eine stattliche Einwohnerzahl von mehr als 10.000 Menschen angewachsen, wirkt dabei aber weder überlaufen noch zugebaut, obwohl es das drittgrößte Zentrum des Tourismus auf Lanzarote ist. Weit im Süden der Insel gelegen, wird hier jedweder Komfort geboten, der keine Urlaubswünsche offen lässt.

In direkter Nähe befinden sich gleich mehrere Strände. Neben den kleineren Meeresufern entlang der malerischen, erst kürzlich mit neuem Gesicht versehenen Promenade, liegen die für die Insel berühmten Papagayo Strände, welche mit einem Mietwagen ideal zu erreichen sind. Im Gegensatz zu den vor Ort befindlichen Bademöglichkeiten berechnet man dort allerdings drei Euro Gebühren pro Tag.

Im Westen von Playa Blanca ragt der 194 Meter hohe Vulkan Montana Roja in die Höhe. Es lohnt sich nicht nur für Wanderfreunde, ihn auf seinen angelegten Wegen zu erklimmen. Zur Belohnung erreicht man den südwestlichsten Punkt von Lanzarote, den Fischerleuchtturm Faro de pechiguera mit einem fantastischen Blick über diesen Teil der Insel. Das Gebäude, welches im Jahre 1936 errichtet wurde, entsprach nur 50 Jahre später schon nicht mehr seinen Anforderungen, und so erreichtet man 1986 direkt daneben einen höheren Turm, der sein Licht nun weiter auf das Meer hinaus trägt.

Eine weitere Ausflugsmöglichkeit bietet sich vom Hafen in Playa Blanca aus. Täglich legen hier Fährverbindungen zur Nachbarinsel Fuerteventura ab, die innerhalb von 30 Minuten zu erreichen ist. Zielort ist dabei Corralejo mit dem Naturschutzpark “Parque Natural de las Dunas de Corralejo”.

Orzola

Mittwoch, 27. August 2008 11:34

Weit ab vom touristischen Rummel auf Lanzarote, ganz im Norden der Insel, liegt das Örtchen Orzola. Hier kommen all jene auf ihre Kosten, für die Ruhe und Erholung die Erfüllung im Urlaub ist. Mit knapp 300 Einwohnern geht es in dem Dorf noch sehr idyllisch zu. Die Wirte in den wenigen Restaurants und Tapas-Bars begrüßen fast jeden Gast mit Handschlag und freuen sich über jeden der kommt. Das tut allerdings der traditionellen kanarischen Küche dort keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, Orzola ist auf der ganzen Insel bekannt für seinen herrlichen Fisch und die köstlichen Gerichte aus Meeresfrüchten. Häufig sieht man die Beute der Fischer auf Leinen im kleinen Hafen des Ortes zum Trocknen aufgehängt. Neben der Fischerei dient das natürliche Meeresbecken auch als einziger Verbindungspunkt zu der vorgelagerten Insel La Graciosa. Regelmäßig legt hier eine kleine Personenfähre zur 30-Minütigen Überfahrt nach Caleta del Sebo ab.

Für Naturliebhaber findet sich hier ein wahres Paradies, das zu langen Wanderungen einlädt. Die bizarren Felsformationen, welche der Vulkan Montana de la Corona vor 5000 Jahren in dieser Form durch seinen letzten Ausbruch erschaffen hatte, sind hier je nach Jahreszeit entweder mit einer grün-gelben Flechte überzogen oder die Lavafelder sind bedeckt mit Wolfsmilchgewächsen und anderen Sukkulenten in verschiedenen Farben. Auch die kleinen, zerklüfteten Buchten sind zu dieser Zeit durch die ins Meer fließende Lava entstanden und bieten heute optimale Badebedingungen. Lediglich am Wochenende kann es schon mal etwas lebhafter werden, wenn die Einheimischen hier ihr verdientes Wochenende genießen und dabei auch oft ihre Zelte mitbringen.

Los Valles

Montag, 25. August 2008 11:31

Wenn man Los Valles salopp umschreiben wollte, dann könnte man den Ort die Kartoffelkiste der Insel nennen. Fast sämtlicher Bedarf an den begehrten Erdäpfeln wird hier auf einer Art Terrassenfeldern, die ringförmig um das Dorf angelegt sind, angebaut. Zur Verbesserung der Wasserhaltekraft des Bodens wird dort, wie an vielen Orten der Insel, Vulkanasche aufgebracht.

Seit ungefähr 300 Jahren ist das Tal besiedelt, als einst die Bevölkerung von Santa Catalina vor den Vulkanausbrüchen hierher floh. Heute finden sich hier die für Lanzarote so typischen, flachen Häuschen mit grünen Fensterläden, und die Luft ist erfüllt von dem süßen Duft der Hibiskusblüten, die in den kleinen Vorgärten blühen. Inmitten der kargen Landschaft im Inland des nordöstlichen Teils der Insel wirkt das propere Örtchen, das sich harmonisch in die bizarre Naturlandschaft einfügt, regelrecht wie eine erfrischende Oase in der Wüste. Direkt am Dorfplatz liegt ein liebevoll restauriertes Anwesen im kanarischen Stil, das sofort ins Auge fällt. Geplant ist hier die Einrichtung eines Bauernmuseums, doch derzeit ist die Umsetzung noch nicht realisiert.

Folgt man dem Weg aus Los Valles in Richtung der Ausläufer des Bergrückens Risco, wird ein anderes Mal deutlich, dass Umweltschutz auf Lanzarote nicht nur eine hohle Phrase ist. In luftiger Höhe steht hier der größte Windpark der Insel, der Parque Eolico. 48 riesige Windräder erzeugen hier umweltfreundlichen Strom, der hauptsächlich für die Meerwasserentsalzungsanlage, die sich im Industriegebiet der Hauptstadt Arrecife befindet, verwendet wird. Trotz optimaler Windverhältnisse kann der Park leider jedoch nur etwas mehr als ein Drittel der dort benötigten Energie decken.

Die Stadt Haria

Sonntag, 24. August 2008 18:05

Lanzarote teilt sich insgesamt auf sieben Gemeinden auf. Eine davon ist mit etwas mehr als 5000 Einwohnern Haria und bildet so auf rund 106 Quadratkilometern den nördlichsten Punkt der Insel. Das Zentrum bildet dabei das gleichnamige Städtchen Haria, welches im Tal der 1000 Palmen liegt. Einer Legende nach wuchs jede Einzelne immer dann, wenn auf Lanzarote ein Mädchen geboren wurde. Tatsächlich dürften es aber weit mehr als tausend sein, was aller Wahrscheinlichkeit jedoch auf profanere Gründe zurückzuführen ist. Denn in diesem Teil des Archipels gibt es eines der wenigen Grundwasservorkommen, was die Gegend nicht nur äußert fruchtbar macht, sondern auch dafür sorgt, dass es hier besonders im Winter grüne Wiesen gibt. Hinter ihm reckt sich malerisch der imposante Kegel des mächtigen Monte Corona in den Himmel.

Im Mittelpunkt des Ortes liegt der Plaza de la Constitucion mit klassizistischen Bauwerken aus dem 19. Jahrhundert, die noch heute daran erinnern, dass Haria einmal kurzfristig der Sitz einer verfassungsgebenden Versammlung gewesen ist. Leider findet man noch heute rund um den Platz etliche leere Häuser, die in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts während der Amtszeit von General Franco im Rahmen einer großen Landflucht verlassen wurden. Viele Bewohner von Lanzarote verließen damals die Insel mit Ziel Südamerika. In direkter Nähe der Plaza liegt das Taller Municipal de Artesania, einem Handelszentrum, wo Körbe, Stickereien und Umhänge auf traditionelle Art hergestellt werden.

Einer der schönsten Flecken des Ortes ist der Plaza Leon y Castillo mit seinen Schatten spendenden Lorbeer- und Eukalyptusbäumen, die einen wohlriechenden Duft verströmen.

Femes und der Balkon des Rubicon

Samstag, 23. August 2008 10:25

Wahre Inselträume werden auf Lanzarote im dem kleinen Dorf Femes wahr. Sie liegt tief im Süden der Insel und gehört zur Gemeinde Yaiza. Malerisch schmiegen sich hier weiß getünchte Häuser an den Fuß der Gebirgskette Los Ajaches mit Blick im Norden auf den zweithöchsten Berg des Eilandes, dem Atalaya de Femes, der eine Höhe von rund 608 Metern misst. Einst lebten die Menschen hier von der Ziegenzucht. Heute gilt der Queso de Cabra, der dort hergestellte Ziegenkäse, nicht nur bei Touristen als absolute Delikatesse. Durch den geringeren Fettgehalt des Ziegenkäses ist er übrigens gerade bei kalorienbewussten Menschen sehr beliebt.

Im Ortskern von Femes gibt es eine der bedeutendsten Kirchen von Lanzarote aus dem Jahre 1733, deren Eingang von rötlichem Vulkanstein eingerahmt ist. Als die verheerenden Ausbrüche des Timanfaya 1736 endeten, welche mehr als drei Jahre andauerten, wurde dort zusätzlich eine angrenzende Pilgerherberge eingerichtet.

Unbedingt einzigartig ist hier jedoch das Panorama, das das Dorf bietet. Überall hat man einen fantastischen Blick auf die Rubicon-Ebene im Süden, weshalb der Ort auch als Balkon des Rubicon bezeichnet wird. Bei gutem Wetter kann man sogar die Nachbarinseln Los Lobos und Fuerteventura sehen. Ein idealer Zeitpunkt Femes zu besuchen, sind die Tage um den 7. Juli, wenn hier zu Ehren des heiligen San Marcials ein großes Fest gefeiert wird. Gleich mehrere Tage dauert die Feier mit zahlreichen Prozessionen, aber auch Tanz und Musik an. Es ist die größte Veranstaltung dieser Art auf Lanzarote und lockt jedes Jahr zahlreiche Touristen auf die Plaza des pittoresken Dorfes.

Das Fischerdorf El Golfo und die Lagune Charco de los Clicos

Freitag, 22. August 2008 16:12

Ein traumhafter, kleiner Ort auf Lanzarote ist das Fischerdorf El Golfo. Im Südwesten der Insel gelegen, gehört er verwaltungstechnisch zur Gemeinde Yaiza und zählt gerade mal 124 Einwohner. Auf zauberhafte Art hat sich hier der ursprüngliche Charme der Kanareninsel erhalten und lädt den Besucher zu romantischen Spaziergängen ein. Dabei sollte man auf keinen Fall versäumen, eines der fantastischen Fischrestaurants anzusteuern, die ständig fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte bereithalten.
Wandert man aus dem Dorf in Richtung Süden, erreicht man einen der interessantesten Punkte von Lanzarote, die Lagune Charco de los Clicos. Entstanden aus einem Vulkankrater, der zum größten Teil im Meer versunken ist, stellt sie ein rares Exemplar des Hydrovulkanismus, einem Zusammenspiel von Lava und Wasser, dar. Der Grund dafür findet sich in der direkten Nähe zum Meer, denn lediglich 30 Meter trennt das Naturschauspiel von der Küste. Das Erste, was jedoch ins Auge fällt, ist die tiefgrüne Farbe des Kratersees, der auf die Alge Ruppia Maritima zurückzuführen ist, die hier durch den hohen Salzgehalt bedingt, beste Lebensbedingungen findet. Mittlerweile ist die unter Naturschutz stehende Lagune abgesperrt, denn aus rätselhaften Gründen verdunstet sie, obwohl ständig Meerwasser hineinströmt, von Jahr zu Jahr mehr. Wissenschaftler aus aller Welt versuchen dieses Mirakel zu ergründen, sind bislang aber noch nicht fündig geworden.

Abgesehen davon bietet der Krater jedoch einen absolut sensationellen Anblick, wenngleich heute niemand weiß wie lange noch. Bei einem Rundgang um das Naturwunder haben aufmerksame Spaziergänger dann noch die Möglichkeit, unter die Schatzsucher zu gehen und ein paar Exemplare des Halbedelsteins Olivin zu finden.

travelchannel - tested for happiness