Archiv für die Kategorie 'Timanfaya Nationalpark'

Timanfaya-Nationalpark (Teil 3)

Mittwoch, 21. Mai 2008

Neben seiner bizarren Landschaft, die in der Welt ihresgleichen sucht, hat der Timanfaya-Nationalpark noch einige ganz besondere Highlights zu bieten. Um zu demonstrieren, wie hoch die Temperaturen noch immer direkt unter der Erdoberfläche sind, befleißigen sich die Kanaren auf Lanzarote verschiedener Methoden. Eine simple, aber eindrucksvolle Praxis ist das Einstecken des „Aulaga Majorea“. Dieser kleine, dornige Strauch ist eines der wenigen botanischen Überbeibsel in der ansonsten pflanzenarmen Gegend. Man steckt einfach seine völlig ausgedörrten Zweige in ein Loch im Boden, die dann sofort in Flammen aufgehen. Immerhin herrschen hier immer noch Temperaturen um 400 Grad.

Nicht weniger imposant sind die Veranschaulichungen der enormen Hitze in der Erde mittels Wasserfontänen. Hier gießen Mitarbeiter des Nationalparks kaltes Wasser in vorhandene Erdlöcher, die fast im gleichen Moment als weithin sichtbare Fontänen aus Wasserdampf explosionsartig aus dem Boden schießen. Wie man diese enormen Energiequellen sinnvoll nutzen kann, zeigte der berühmte Sohn von Lanzarote, der Bildhauer, Künstler und Architekt Cesar Manrique. Er baute im Timanfaya-Nationalpark das mittlerweile weit über die Grenzen der Insel hinaus bekannte Restaurant „El Diablo“, welches sich vor allem dadurch auszeichnet, dass dort mittels eines Grillrostes auf der kochenden Lava im Erboden die Speisen zubereitet werden. Einen Besuch in diesem weltweit einzigartigen Restaurant sollte man als Lanzarote Besucher auf keinen Fall versäumen.

Last but not least sollte man noch erwähnen, dass obwohl hier eine sehr karge Vegetation herrscht, am Fuße des Timanfaya einer der besten spanischen Weine angebaut wird. Der eher süße Malvasia wurde bereits von Shakespeare als „Wein der Könige“ bezeichnet.

Timanfaya-Nationalpark (Teil 2)

Donnerstag, 08. Mai 2008

Schon seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts ist der Nationalpark über eine gut ausgebaute Straße zu erreichen, die ursprünglich anlässlich eines Besuches von General Franco angelegt worden war, und den Besuch des Lavameeres heute zu einem bequemen Ausflug macht.

Nicht weniger bewegend als der Park selber, ist seine Geschichte. Von nahezu unvorstellbaren Naturkatastrophen ist die Insel Lanzarote im 18. Jahrhundert, um genau zu sein zwischen dem 1. September 1730 und dem 16. April 1936, heimgesucht worden. Aus mehr als 300 Kratern spuckten rund 100 Vulkane ihre heißen Lavamassen auf das Eiland, begleitet von zahlreichen Seebeben. Sechs Jahre lang versetzten die anhaltenden Ausbrüche die Bewohner von Lanzarote in Angst und Schrecken. Viele Dörfer, insgesamt rund 420 Häuser und Gehöfte, wurden komplett verschüttet und zerstört, darunter auch Timanfaya, das dem heutigen Nationalpark seinen Namen gab.

Einige Siedlungen wurden jedoch von der naturgewaltigen Zerstörungswut immer wieder verschont. Speziell um das Gebiet des Dorfes Mancha Blanca soll die „Virgen de los Volcanes“, die „Jungfrau der Vulkane“ die Lavamassen aufgehalten haben. So glaubten es jedenfalls die Bewohner des Ortes und versprachen, ihr zu Ehren eine Kapelle zu errichten. Doch erst knapp 50 Jahre später konnte die in bittere Armut gestürzte Bevölkerung ihr Versprechen einlösen. Nachdem die Marienfigur zunächst in der Kirche von Tinajo zu Hause war, kann sie seit 1862 in der Kapelle „Nuestra Senora de los Volcanes“ besichtigt werden. Als bei erneuten Ausbrüchen in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts das Dorf abermals verschont blieb, fühlten sich die Bewohner in ihrem Glauben bestärkt.

Der Timanfaya Nationalpark (Teil 1)

Mittwoch, 30. April 2008

Im 18. Jahrhundert formten tausende von Vulkanausbrüchen, die sechs Jahre andauerten und zu den bedeutendsten Ereignissen des Vulkanismus auf dieser Erde gehören, das heutige Landschaftsbild von Lanzarote. Besonders typisch ist hier für die Gegend im Nationalpark Timanfaya im Südwesten der Insel. Das Herzstück des mehr als 51 Quadratkilometer großen Areals ist der Timanfaya selber. Die unterirdische Hitze des nach wie vor aktiven Vulkans ist selbst heute noch in der Lage, einen Heuballen zu entzünden. Er ist jedoch nur einer von zahlreichen Feuer speienden Bergen in dieser Region, die auch „Montanas del Fuego“ zu Deutsch „Feuerberge“ genannt wird.

Landschaft im Nationalpark Timanfaya Die Vulkane auf Lanzarote zeigen die gleichen seismischen Aktivitäten, wie jene auf Hawaii. Sie zeichnen sich vor allem durch hohe, senkrechte Aschesäulen aus, die so genannten Lapillis, die auch weithin sichtbar sind. Ebenso sind weite Teile der Hochebene von diesem Auswurf bedeckt, was der Gegend manchmal den Anschein einer Mondlandschaft gibt. Ein 14 Kilometer langer Parcours kann hier mit einem Bus befahren werden, wobei man auf dem Gipfel des Montaria Rajada in 350 Meter Höhe einen fantastischen Blick auf den surreal anmutenden Landstrich werfen kann. Wem eine Rundfahrt mit dem Bus nicht abenteuerlich genug ist, hat allerdings auch die Möglichkeit, den Aufstieg auf dem Rücken eines Kamels zu bewerkstelligen. Empfiehlt sich aber nur, wenn keine Anfälligkeiten gegenüber Seekrankheit vorliegen, denn das Reiten auf den Höckertieren löst unter Umständen die gleichen Symptome aus. Dagegen bietet ein solcher Ritt ein unvergessliches Erlebnis mit einzigartigen Impressionen. Im Sommer empfiehlt sich ein Start in den frühen Morgenstunden.

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